+++++ Flugblatt, Hausverbot und Logos! +++++
Temuco
René Ketterer Kleinsteuber

Ich vergaß bei meiner Auflistung (wie unaufmerksam von mir) die sehr sinnvolle Einrichtung der GEZ. Natürlich bedient sie sich munter von meinem Konto und bucht fröhlich jedesmal gleich für das ganze Jahr ab. Somit gehöre ich zu den legalen Sehern dieses Landes. Als braver Bürger möchte man selbstredend nicht zu den Schwarzsehern gehören.

Der Besuch

Anfang 2002, genauer am frühen Nachmittag des 2. Februar, arbeitete ich in meinem Büro wie an jedem Tag. Plötzlich klingelt es an der Haustür. Ich stehe auf und suche zunächst nach meinen kürzlich wieder mal verschollenen Pantoffeln. Nach kurzer Suche finde ich sie wie erwartet innerhalb meines organisierten Chaos an unterschiedlichen Orten im Büro. Ich ziehe sie schnell an, um bloß nicht barfuß laufen zu müssen, hechle dann zur Haustür und öffne sie endlich.

Ein freundlicher und gut gekleideter Herr, im GEZ-Jargon Rundfunkgebührenbeauftragter genannt (dieses Wort kann nur in Deutschland existieren), fragt mich direkt und ohne sich zunächst richtig auszuweisen, ob das vor meinem Haus parkendes Auto mir gehört. Etwas überrascht, aber bereits ahnend worum es gehen könnte, atme ich zunächst tief ein und fordere ich ihn auf, sich vorzustellen und sich auszuweisen. In einer relativ unverständlichen Aussprache und mit in einem durchaus despektiven Ton murmelte er mir einen Namen vor, welchen ich dummerweise mir nicht merken konnte und streckte seinen Arm in meine Richtung. In seiner Hand hielt er einen Ausweis, auf dem die drei bekannten Buchstaben zu sehen waren.

Nun, ich möchte bei der Wahrheit bleiben und nicht übertreiben. Daher will ich an dieser Stelle, bevor ich fortfahre, einige Kleinigkeiten richtig Stellen, um auf keinen Fall einen falschen Eindruck der Geschehnisse zu vermitteln. Der freundliche und gut gekleidete Herr ist in Wahrheit eine unfreundliche, ungepflegte und schlecht gekleidete Gestalt. Seine billige, abgetragene und ungebügelte Kleidung hat sicherlich vor vielen Jahren durchaus bessere Zeiten erlebt. Sein Rasierapparat hatte mit hoher Wahrscheinlichkeit zu diesem Zeitpunkt Winterurlaub. Dementsprechend sah er aus, was mich zu einer automatischen Selbstschutzreaktion veranlasste und zu einem genügenden Abstand versetzte. Daher kann ich über die geruchliche Belastung nichts berichten.

Dieser Herr begann mir vorzutragen, warum das vor meinem Haus parkendes Auto ein Geschäftswagen sei und daher ich zusätzliche GEZ-Gebühren für das eingebaute Rundfunkempfänger zu zahlen hätte. Nun dämmerte es mir endgültig und mir wurde klar, was für ein Mensch auf meinem privaten Grundstück vor meiner Haustür stand. Ich unterbrach sein Monolog und sagte ihm mit freundlicher aber bestimmter Stimme, ihn hätte nicht zu interessieren, ob ich ein Auto besitze oder nicht. Und auch wenn ich eins hätte, so könnte ich es ausschließlich privat nutzen, denn ich habe nun mein Büro im eigenen Haus, lebe im Stadtkern und erledige somit alles wie z. B. Bank und Post sowieso zu Fuß. Er möge bitteschön mit seinen Vermutungen aufhören und sich aufschreiben, dass ich ausdrücklich seine Mutmaßungen auf entschiedenste ablehne.

Zusätzlich sagte ich ihm, dass ich bereits meine GEZ-Gebühren zahle, womit ein mögliches Autoradio abgegolten wäre. Zum Schluss bat ich ihm freundlich innerhalb der nächsten 5 Sekunden mein privates Grundstück zu verlassen und von weiteren Besuchen abzusehen. Ich erteilte ihm Hausverbot.

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